Der Ziegelbrenner
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„Was wir wollen – Freizeit ohne Kontrollen“, diese Forderung stand bei den Kämpfen nach Selbstbestimmung und Freiräumen ohne Erwachsene („Sozialarbeiter raus aus Jugendzentren“) anfangs im Mittelpunkt. Schon 1974 gründete sich im Saarland ein bis heute bestehender Landesverband der Jugendzentren, der mit einer festen gemeinsdamen Organisationsstruktur bei der Kommunikation untereinander, der Vernetzung,, gemeinsamen politischen Forderungen, der Öffentlichkeitsarbeit und der Erschließung von Finanzierungsquellen hilfreich sein sollte. Selbst in recht kleinen Orten wie Köllerbach, Dirmingen oder Oberthal gab es – und gibt es zum Teil bis heute! – Jugendzentren. Das reichhaltig bebilderte Buch dokumentiert die politischen Auseinandersetzungen um die Kommunen in den Jugendzentren, die kulturellen Aktivitäten etc. Dazu gibt es etliche Gespräche mit einstigen AktivistInnen, u.a. der späteren saarländischen Sozialministerin Marianne Granz. Insbesondere die 1970er Jahre waren eine bewegte Zeit, zu der man heute fast nostalgisch zurückschaut – diesem Jahrzehnt ist denn auch alleine gut die Hälfte des Buches gewidmet. Deutlich wird der im Grunde bis heute bestehende (und wieder stark umkämpfte, insbesondere von Rechten) Wert dieser Einrichtungen, als sozialer Treffpunkt, als Experimentierlabor für unterschiedliche Kulturformate („also Tinder hieß in unserer Zeit Clubabend“) und demokratische Kommunikationsformen, als Erfahrungsort für Selbstwirksamkeit, als politischer Lernort („ohne die Erfahrungen im JUZ wäre mein Leben sicher anders verlaufen“, so oder ähnlich wird es an mehreren Stellen im Buch hervorgehoben).
306 S., viele teils farbige Abb., Grossformat, Klammerheftung
juz-united, Verband saarländischer Jugendzentren in Selbstverwaltung (Hrsg.)
Saarbrücken
2025
978-3-945996-75-1
Blattlaus Verlag