Der Ziegelbrenner
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„Reich begreift den Faschismus als Ausdruck der irrationalen Charakterstruktur des Durchschnittsmenschen, dessen biologische Bedürfnisse seit Jahrhunderten unterdrückt sind. Es wird die gesellschaftliche Funktion dieser Unterdrückung und die entscheidende Rolle, welche die autoritäre Familie (von ihm als ´Miniaturstaat´ charakterisiert) und die Kirche darin spielt, analysiert. Reich zeigt in diesem zwischen 1930 und 1933 entstandenen Buch geradezu hellsichtig, wie jede Form des organisierten Mystizismus, also auch der Faschismus, auf der unbefriedigten Sehnsucht der Massen aufbaut“ (Antifaschistische Literaturliste). Diese eigentliche Erstausgabe (wesentlich bekannter ist die zweite, stark veränderte Neuausgabe von 1946) ist ein wichtiges Zeitdokument, zumal es „als einer der ersten Versuche gilt, den Aufstieg Hitlers im Rausch der Massenbewegung des Faschismus zu verstehen“ (Jahrbuch Extremismus & Demokratie, 33. Ausgabe, Nomos Verlag, Baden-Baden 2021, S. 497). Lothar Wolfstetter schrieb 2024 zum Buch: „Der gegenwärtige Rechtsextremismus bedient sich beim Faschismus und versucht ihn in einem Maße wiederzubeleben, wie es das bisher in der Bundesrepublik nicht gab. Wie sich zeigt, hat dafür das Reich-Buch aus den 30er Jahen ein noch unausgeschöpftes Potential, auch wenn die Sexualunterdrückung nicht mehr die Rolle wie damals spielt“.
sehr guter Zustand, 280 S., Klein-Oktav, kart.
Schwarze Reihe 22
(im Format auf DIN A 6 verkleinerter Reprint der Ausgabe Verlag für Sexualpolitik, Kopenhagen/ Prag/ Zürich 1933)
Reich Wilhelm
Amsterdam
1986
de Munter