Sechsundzwanzigster Einwurf des Ziegelbrenners

Der 23. April-Einwurf

Liebe Leserinnen und Leser, LeserInnen, Leser_innen, Leser*innen,

abgesehen von der Frage, wie ihr – bzw. Sie – eigentlich angesprochen werden wollt, gibt es diesmal weitere wichtige Entscheidungen zu treffen. Immerhin sagen christliche Gruppierungen für den 23. April den Weltuntergang voraus. Nun soll er also kommen. Diesmal aber wirklich. Was gemein wäre. Denn der 23. April ist auch der Tag des Buches. Und sinnigerweise haben Brauereien zu diesem Datum auch den Tag des Bieres ausgerufen. Nun fragt sich also, ob wir vorher noch Zeit haben, ein gutes Buch zu lesen? Und wenn ja, angesichts dieser knappen Zeit: welches? Um nochmal auf das Bier zu kommen – es gibt einen Buchtipp, der beides miteinander verbindet: Buch & Bier. Vielleicht kommt dieser blöde Weltuntergag ja auch erst abends, dann sind nochmal ein paar Stunden gewonnen für die Lektüre. Oder auch, bei diesem schönen Wetter, fürs spazieren, gärtnern, grillen. Mit oder ohne Bier.

Für den Fall, dass sich der Weltuntergang abermals verschiebt, gibt es natürlich erst recht Zeit zum Lesen. Angesichts des Wetters z.B. für Bücher zum Thema Natur & Garten. Rund um den Tag des Buches gibt es auch jede Menge interessanter Veranstaltungen, siehe z.B. auf „Verlagebesuchen“.

Was den Buchmarkt angeht ist die Situation derzeit ja ziemlich ambivalent. Einerseits politisiert sich der Buchmarkt. Politische Debatten zwischen den Buchdeckeln finden stärkere Beachtung, das politische Buch wird wahrgenommen, es ist Feld von Auseinandersetzungen, die auch zwischen VerlegerInnen, AutorInnen und rund um die Buchmessen stattfinden. Wobei allzu oft derzeit die rechten Strömungen den Ton angeben, und die an Emanzipation, globaler Gerechtigkeit & gesellschaftlicher Teilhabe orientierten Gruppierungen nur reagieren. Siehe auch die Debatte um die gegen angebliche „illegale Masseneinwanderung“ gerichtete „Gemeinsame Erklärung 2018“, auf die nun eine Initiative u.a. von Klaus Farin reagierte. Bücher werden immer noch für gefährlich befunden. Ein Beispiel ist die von den öffentlichen Medien weitestgehend ignorierte vollständige Beschlagnahmung des Mezopotamien Verlages, ein in Deutschland nach 1945 einzigartiger Vorgang (weshalb das Schweigen der Medien besonders feige ist). Immerhin hatte der Börsenverein die Courage – die es offenbar inzwischen wieder braucht – hier Aufklärung zu fordern.

Auf der anderen Seite entschwinden die LeserInnen – nach einer kürzlich veröffentlichten Studie sind in den letzten Jahren mehrere Millionen Menschen dem Buch untreu geworden. Das Fachmagazin „Börsenblatt“ kommentierte: „Besitz verliert seinen Reiz“. Wenn man es sich damit mal nicht zu einfach macht – in diesem Ausmaß ist die Entwicklung schließlich nicht bei Autos oder Kleidung zu beobachten, und es ist ja auch nicht so, dass nun Millionen Menschen mehr in die Bibliotheken statt in die Buchhandlungen strömen (die Studie orientiert sich an der Zahl der Menschen, die in den letzten 12 Monaten mindestens ein Buch kauften). So ist der Tag des Buches ja immerhin ein Anstoß, vielleicht mal über die eigene Mediennutzung und das eigene Verhältnis zum gedruckten Buch nachzudenken. Oder mal wieder in den Buchladen um die Ecke zu gehen. Oder natürlich auch mal wieder auf der Ziegelbrenner-Homepage (www.ziegelbrenner.com) zu stöbern. Schließlich ist das Buch nicht zuletzt angesichts politischer Trostlosigkeit ein Ort der Zuflucht. Nicht nur als Möglichkeit der Entspannung, sondern auch, um Möglichkeiten von Formen des Zusammenlebens jenseits von Ausgrenzung, Krieg & Gewalt auszuloten, zu formulieren und zu debattieren. Anlässlich des diesjährigen Literaturfestivals auf dem Monte Verita im Tessin kommentierte der „Deutschlandfunk“, dass Utopien heute vorrangig „geschäftlicher Natur“ sind. Dem gilt es zu widersprechen. Eine andere Welt, jenseits der Ökonomisierung aller Lebensbereiche, ist nicht nur wünschenswert, sondern nötig. Anregungen dazu bietet auch das Ziegelbrenner-Sortiment. In diesem Sinne: wir lesen uns. Auch nach dem 23. April.

Es grüßt

Der Ziegelbrenner

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