Leni Riefenstahl – Karriere einer Täterin

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Beschreibung

Wenn Nina Gladitz in ihrer bedeutenden filmwissenschaftlichen kritischen biografischen Studie über die gnadenlose Täterin. die lebenslange Künstlerin im Kern-Fach Weißwäscherei. berichtet. dass Leni Riefenstahl Josef Reinhardt fragte: „Warum tun Sie mir das an?“. dann wird allein in dieser Frage einmal mehr ihre zeitlebens ausgeübte schamlose Befähigung zur diametralen Umkehrung der Rollen sichtbar: Sie. nur sie ist auch jetzt nur eines – Opfer… Wenn Margarete Mitscherlich pointiert noch formulieren zu können meinte: „Es gelang ihr bis heute. ohne Ahnung von dem zu bleiben. wovon sie keine Ahnung haben wollte“. so klingt die Annahme oder Unterstellung von bewusster oder unbewusster Flucht vor den Realitäten des Dritten Reiches wie ein großzügiges Konstrukt eines überdimensionalen. innerlich wie äußerlich wirksamen Verdrängungssystems. Nach Gladitz’ Werk vermag eine solche fast apologetisch anmutende Pathologisierung einer mit krimineller Energie und selbst in konkreten Krisenzeiten mit ausgepichtester Raffinesse und strategischem Kalkül wirkenden Mit-Täterin nicht weiterzuhelfen… Gladitz filmt. forscht und schreibt seit ihren Anfängen als inhaltlich radikale wie kompetente. an transparent-aufklärerischer Richtung orientierte Dokumentarfilmerin und mit unbeugsam kritischem Geist. Von herrschender Meinung oder Meinung der Herrschenden zu Riefenstahl hat sie sich ebensowenig beeindrucken. geschweige denn jemals einschüchtern lassen. Vielmehr hat sie ihre bahnbrechenden Ergebnisse und Erkenntnisse mit dem Einsatz ihrer ganzen Existenz und den damit verbundenen Verlusten gegen alle Widerstände und mit nie erlahmendem Mut in ihren Filmen. mit dem über Riefenstahl zumal. im Prozess und in ihren Forschungen bis hin zu diesem epochalen Buch – historischwissenschaftlich-literarische Reflektion. „mit einem Schmerz zu sprechen“ (Wilhelm Genazino) – ohne Irrewerden durchgesetzt. mit einem Wort: das bewiesen. was am einfachsten und besten mit einem Begriff zu benennen ist: Haltung… Ich hege keinen Zweifel. dass die meisten bisherigen Biografien neu zu schreiben. von Grund auf zu revidieren sind; jede neue Darstellung über Filmgeschichte und Riefenstahl vor und nach 1933 wird an diesem opus magnum und seinem fundiertem Ertrag nicht vorüber oder zum business as usual übergehen können… So präzise. plausibel und historisch-dokumentarisch belegt sind die Erkenntnisse über das reale. die wahre Vita einer Lebenslügnerin par excellence in Permanenz. über ihre eine herausragende Fähigkeit neben der zur gerissenen Täuschung. zu Verdeckung und perfider Intrige: sie bestand darin. durchgehend und mit enormer Energie alle sich bietenden Chancen zur egozentrischen Ausnutzung von meist weit begabteren Männern und Frauen und der jeweiligen Strukturen und Zeitläufte mit ungehemmter vitaler Skrupellosigkeit zu nutzen und für sich persönlich auszumünzen. Dabei scheint sie ihre spätere vorbehaltlose begeisterte Identität mit faschistisch-rassistischer Ideologie. nicht Parteimitglied. sondern weit mehr: fanatische Parteigängerin. jedenfalls während der Weimarer Republik noch nicht oder jedenfalls nicht öffentlich umstandslos sichtbar entwickelt oder andeutungsweise ausgelebt zu haben… Eine ungemein dichte Erzählung im besten Sinne wird uns präsentiert. in kompakter Gesamtheit eine ungeheuer spannende. fast zu lesen wie eine Kriminalgeschichte. die den Leser auch an den mikroskopischen Methoden. den Möglichkeiten zur meisterhaften investigativen Recherche unmittelbar teilnehmen lässt und die ihm womöglich in manchen Abschnitten oder Aspekten auf Anhieb erst scheinbar irreal oder als Fragmente eines irrwitzigen Pandämoniums erscheinen könnten. wären da nicht die durch zuverlässige Beweise. durch klare Indizien und durch ausgedehnte. zuverlässige Auskunftspersonen. Zeugen und angesehene Forscherin mühsamer Kleinarbeit herangezogenen soliden Grundlagen für eine dringend notwendige Korrektur eines biografisch basierten Geschichtsbildes. (Albrecht Götz von Olenhusen. aus literaturkritik.de)

Zusätzliche Information

Gewicht 600 g
Zustand

448 S.. geb.

Autor

Erscheinungsort

Zürich

Erscheinungsjahr

2020

Verlag