Der Ziegelbrenner
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Wehmütig stimmt der Blick auf die in den 1970er und 1980er Jahren umgesetzten Projekte des sozialen Wohnungsbaus – ermöglicht durch eine seinerzeit wesentlich unbürokratischere, offener Baubehörde – mit ihren individuellen, bemerkenswerten Grundrissen, wobei stets sichtbar ist, dass hier Architektur nicht um ihrer selbst willen geschaffen wird, sondern diese stets auch von dem Bestreben, soziale Räume schaffen zu wollen (Orte der Gemeinschaftlichkeit eben), getragen ist. Das ist inzwischen Geschichte, denn der Privatisierungshammer hat in Berlin lange schon zugeschlagen, und Sanierungen gingen nicht gerade behutsam mit den architektonischen Konzepten der Ballers um. Der Band enthält viele schwarz-weiße (einst) und farbige (jetzt) Fotos, Bauzeichnungen etc. Mit einem Gespräch mit den Ballers sowie Beiträgen von Christian Kloss (Innovation durch Restriktion – Spielräume im Sozialen Wohnungsbau), Turit Fröbe (Die IBA ´87: Katalysator und Inkubator für eine neue Planungskultur), einem Interview mit Anne Eusterschulte und Ausschnitte ans Gesprächen mit Bewohner*innen von Baller Gebäuden. Ihr expressiver Architekturstil polarisiert, doch wer einmal in einer ihrer Wohnungen lebt, will meist nie wieder ausziehen. In ihrer gemeinsamen Schaffensphase von 1966 bis 1989 haben Inken und Hinrich Baller unkonventionelle Häuser gebaut, die bis heute das (West-) Berliner Stadtbild prägen. Besonders ihr Wohnungsbau – filigran, durchlässig und mit ungewöhnlichen Grundrisslösungen – gilt heute als wegweisend: die zum Wohnraum offenen Küchen etwa oder die Verschränkung von Innen und einem grünen Außen, bemerkte 2023 das Magazin „monopol“. Ernst Blochs „Prinzip Hoffnung“ prägte erkennbar die Vorstellung der Ballers von gelungenem Wohnungsbau.
544 S., zahlreiche farnige Abb., Pappband, geb.
Neuausgabe (EA 2022 im Verlag der Buchhandlung Walther König, Köln)
urban fragment observatory (Hrsg.)
Zürich
2025
978-3-03860-427-3
Park Books